- INFORMATIONEN FÜR ELTERN
Liebe Eltern
Ihr
Sohn oder Ihre Tochter begeistert sich für Parkour? Beginnt gerade mit
dem Training, oder ist schon seit einiger Zeit dabei und will nun
intensiver trainieren?
Eltern
haben
oft eine Menge Fragen zu dem neuen Sport ihrer Kinder. Mit diesem
Beitrag möchten wir Ihnen einige Informationen geben und Ihnen sagen,
wie Sie Ihr Kind unterstützen können - auf seinem Weg zu einem guten,
sicheren Training.
Junge Wilde? Philosophen? Athleten?
Auf
den ersten Blick wirkt Le Parkour oft spektakulär, wild, gar wüst. Und
im Internet kursieren einige Videos schlecht trainierter,
verantwortungsloser Nachahmer, die zu falschen Eindrücken führen. Im
Parkour geht es jedoch nicht um große, wilde Sprünge. Im
Vordergrund stehen Effizienz, Kontrolle, Körperkoordination, Bewegung.
Traceure verstehen sich mehr als Künstler denn als Sportler. Man geht
eigene Wege, findet einen kreativen, leichten Umgang mit Hindernissen
aller Art, entdeckt das gewaltige menschliche Potenzial. Das wird in
Bewegung ausgedrückt,
ist ohne weiteres aber auch auf das Alltagsleben anwendbar. Parkour
besteht immer aus dem körperlichen Training, aber mindestens ebenso aus
einem mentalen - einem verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen
Körper, mit Ängsten, mit der Umgebung; einer guten Selbsteinschätzung;
Respekt, Verantwortung, dem eigenen Weg durchs Leben. Damit vereint Le
Parkour körperliche und mentale Weiterentwicklung.
Ist das nicht gefährlich?
Sorgfältig
betriebener Parkour ist nicht sonderlich gefährlich. Traceure legen
großen Wert auf absolute Kontrolle ihrer Bewegungen, auf Sicherheit und
Gesundheitsschutz. Was in Videos spektakulär wirken mag, setzt
jahrelanges intensives Training voraus. Die Grundregel im Parkour
lautet: jeder mache nur das, was er sicher kann, ohne Schaden zu
nehmen. Das bedeutet nicht nur, dass man am nächsten Tag nicht im
Krankenhaus liegt. Das bedeutet auch, dass man 10, 20 Jahre später sich
immer noch beschwerdefrei bewegen kann. Entsprechend gehören
sorgfältige Landetechniken, die die Gelenkbelastungen minimieren, zu
den wichtigsten Trainingsinhalten. Ebenso wird die Selbsteinschätzung
aufs Höchste trainiert; auch wenn mentale Barrieren überwunden werden,
bleibt der Traceur doch immer im sicheren Bereich seiner körperlichen
Leistungen, um Verletzungen auszuschließen.
Parkour
ist ganz bewusst kein Wettkampfsport. Wettbewerb führt zu schnell dazu,
unnötige Risiken einzugehen, den sicheren Bereich zu verlassen. Da es
keine Kontrahenten und keinen Wettbewerb gibt, kann im Parkour sehr
sorgfältig vorgegangen werden. Bei jeder körperlichen Aktivität bleibt
natürlich ein Restrisiko; doch dieses ist im Parkour relativ gering.
Die Verletzungsquote ist erheblich geringer als in vielen anderen
populären Sportarten, wie etwa im Fußball. Im Gegenzug erhält Ihr Kind
eine Selbsteinschätzung und eine körperliche Fitness, die sogar zum
Schutz vor Verletzungen im Alltag werden kann, sowie eine erhebliche
Portion Selbstvertrauen und Selbständigkeit.
Ist das illegal?
Parkour
ist grundsätzlich nicht illegal. Zum Ehrenkodex der Traceure gehört,
grundsätzlich keine Schäden an den Hindernissen zu riskieren. Illegal
wird Parkour erst dann, wenn Privatgrundstücke, Dächer etc. unerlaubt
betreten werden. Daher findet Parkourtraining grundsätzlich nur auf
öffentlichem Grund statt. Platzverweise von befugten Personen (sehr
selten!) werden grundsätzlich befolgt und bleiben somit ohne
Konsequenzen. Bei verantwortlichem Training sind keine juristischen
Probleme zu befürchten.
Welche Ausrüstung braucht mein Kind?
Die
einzige Ausrüstung, die Ihr Kind benötigt, sind gute Schuhe. Am Anfang
werden das Laufschuhe sein, die entsprechend gedämpft sind, guten Halt
am Boden bieten und kein Plastikmittelstück in der Sohle haben
(rutschig, potenzielle Schwächestelle). Viele Sportfachgeschäfte bieten
Laufanalysen an, um den idealen Schuh herauszufinden. Am Schuh sollte
nicht gespart werden - er ist für sportlichen Erfolg und Gesundheit des
Trainierenden mit entscheidend.
Gelenkschoner, Helm etc. sind in
der Regel nicht zu empfehlen, da sie ein falsches Gefühl von Sicherheit
vermitteln und zu einem weniger sorgfältigen Training verleiten können.
Ab welchem Alter kann Parkour betrieben werden?
Effiziente
Bewegung kann in grundsätzlich jedem Alter ausgeübt werden. Während der
Wachstumsphase - bis ca. 15 Jahre, individuell unterschiedlich -
sollten aber Krafttraining und höhere Sprünge nur in Maßen betrieben
werden.
Was Sie tun können
- Reden Sie mit ihrem Kind über den Sport. Zeigen Sie Interesse und unterstützen Sie diesen neuen Weg.
- Achten Sie in den Gesprächen darauf, dass Freude an der Bewegung und die gesunde Entwicklung des Körpers im Vordergrund stehen, nicht Adrenalinkick und Angeberei. Die Übernahme von Verantwortung für sich selbst sollte erkennbar sein.
- Klären Sie bei Bedarf Ihr Kind über Risiken auf. Videos, die Parkour in Anwendung zeigen, können zu Nachahmung verführen; doch Athleten wie z. B. David Belle trainieren oft schon seit rund 20 Jahren und haben sich in dieser Zeit eine körperliche Basis zugelegt. Diese zu trainieren ist vorrangig, bevor größere Dinge probiert werden.
- In gemeinsamem Training mit erfahrenen Traceuren lassen sich Philosophie und Herangehensweise des Parkour oftmals leichter erlernen. Ermöglichen Sie daher Ihrem Kind die Teilnahme an Treffen mit erfahrenen Traceuren z.B. auf Workshop oder bei den Vereinsangeboten.
Bei weiteren Fragen begleiten Sie ihr Kind doch einfach mal zum Training und sprechen uns an. Oder schreiben Sie uns eine Mail mit Ihrer Telefonnummer und wir Informieren Sie gerne. -KONTAKT-
Urheberrecht liegt bei Parkour ONE



